Gegen das Vergessen des Unrechts in der DDR

 
Lebenslänglich - Freiheit verloren. Recht verloren. Mein schwerer Weg als Jurist und politischer Gefangener der DDR

Mein Leben mit der Stasi / dem MfS / der Staatssicherheit in der DDR

Ein bewegtes, schweres und letztendlich erfülltes Leben

Der Autor Helmut Pfeiffer

Der Nordhäuser Helmut Pfeiffer hat einen schweren Lebensweg hinter sich. Nach Jugenderfahrungen zum Ende des Zweiten Weltkrieges hatte er sich politisch für die Sozialdemokratie und beruflich für einen neuen Rechtsstaat entschieden. Doch erst nach 1990 sollte er in Nordhausen die Möglichkeiten bekommen, politisch und beruflich in diesem Sinne wirken zu können.

In den DDR-Jahren geriet er als junger Jurist in Berlin in die Mühlen des DDR Polizeistaates und politischen Strafrechtes. In einem Schauprozess und ohne jede Angeklagtenrechte wurde er in Chemnitz zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Ein Mitangeklagter verlor infolge des Urteils sein Leben. Vom 17. Juni 1953 erfuhr er erst von Mitgefangenen, denn zu dieser Zeit saß er bereits im zentralen Stasi-Untersuchungsgefängnis. In den Folgejahren erlebte Helmut Pfeiffer verschiedene DDR-Gefängnisse von innen, galt jahrelang als Politischer und Lebenslänglicher, lebte ohne Hoffnung für eine Zukunft in Freiheit. Erst nach 11 Jahren als politischer Gefangener in der DDR kam er aufgrund einer Amnestie frei, war aber auch weiterhin den Repressalien und Verhören des Ministeriums für Staatssicherheit ausgesetzt. Erst mit dem Fall der DDR und der Deutschen Einheit erlangte er seine Freiheit wieder.

Nach dem Ende der DDR war er von 1990 bis 1994 Leiter des Rechtsamtes der Stadt Nordhausen. Im Jahre 1993 richtete er in Nordhausen eine Schiedsstelle ein, die er auch leitete. Seine Arbeit wird bis heute fortgeführt.

Helmut Pfeiffer schrieb seine Lebenserinnerungen für die nachfolgenden Generationen nieder. In seinem Buch berichtet er ausführlich über seine Zeit in der DDR, in der er viele andere Menschen mit ähnlichem Schicksal kennenlernte. Der Leser erfährt Vielfältiges über die politischen Gespräche in den Haftzellen und über die schweren Arbeitsbedingungen in den DDR-Strafanstalten. Am 17. Oktober 2005 las er auf Einladung der Stadtverwaltung Nordhausen und der Landesbeauftragten für Stasi-Unterlagen, Hildigund Neubert, im Bürgersaal des Neuen Rathauses aus seinem Buch „Lebenslänglich. Freiheit verloren. Recht verloren.“

Zum Festakt anlässlich des 20. Jahrestags der Deutschen Einheit wurde Helmut Pfeiffer von der Nordhäuser Oberbürgermeisterin Barbara Rinke als Person, die sich besonders um die deutsche Einheit verdient gemacht hat, ausgezeichnet.

Helmut Pfeiffer ist am 10. April 2015 friedlich im Alter von 86 Jahren eingeschlafen.

Nachruf der Stadt Nordhausen
Nachruf des SPD Ortsverbandes

Abschied von Marie-Luise

Abschied von Marlie-Luise

In tiefster Trauer musste Helmut Pfeiffer im Oktober 2014 Abschied nehmen von seiner geliebten Ehefrau

Marie-Luise Pfeiffer
* 31.01.1936 - † 03.10.2014

Sie stand ihm seit 1965 tapfer zur Seite, umsorgte ihn liebevoll und trug entscheidend dazu bei, dass sein Buch entstand.

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